Am 28. und 29. März fanden in Gerzensee Waldtage im Rohrholz sowie Tage der offenen Heizzentrale am Rütigässli 6 statt. Ziel war es, der Bevölkerung den neuen Wärmeverbund sowie die Arbeit im Wald und die immense Bedeutung der Ökosystemleistungen des Waldes für den Menschen näherzubringen.


Am Freitag herrschte bereits ab 16.00 Uhr reges Treiben im Rütigässli: Man traf sich zum Fyrabebier, die Kleinen konnten sich inzwischen auf einer Hüpfburg austoben. Unter fachkundiger Führung von Meisterlandwirt Yanick Augstburger sowie Energietechnik-Leiter Christian Bieri, Allotherm AG, konnten die Interessierten die eindrückliche neue Schnitzelheizung bestaunen und Fragen zu der doch recht komplex wirkenden Anlage stellen. Die Heizzentrale soll dereinst viele Haushalte im Dorf Gerzensee mit Wärme und teilweise auch Warmwasser versorgen. Aktuell werden die ganze Schulanlage (inkl. Mehrzweckgebäude und Kindergarten) sowie die Gebäude der Familie Augstburger bedient. Die nächste Etappe sieht vor, mehrere Gebäude im Dorfzentrum bis zum Kreuzplatz anzuschliessen. Das benötigte Energieholz stammt aus der nahen Umgebung; das bedeutet Wertschöpfung vor der Haustüre und nicht Öl von irgendwoher - ein unglaublich wertvolles und nachhaltiges Konzept.
Ab in den Wald
Am Samstag hiess es dann: Regenschutz montieren und ab in den Wald. Gerade für Familien war der Tag trotz Regen ein absolutes Highlight; bekanntlich gibt es nur falsche Kleidung und nicht schlechtes Wetter! Den gut gelaunten Gesichtern zufolge hat der Regen jedenfalls niemanden gestört, zumal nach der Hälfte des Rundganges zur Stärkung Schlangenbrot und Würste auf die grossen und kleinen Gäste warteten. Die Besuchenden konnten sich zudem bequem per Shuttlebus in den Wald chauffieren lassen.

Nebst dem Holzrücken mit Pferden und Sägen von Brettern auf einer mobilen Säge konnte man miterleben, wie ein grosser Holzhacker in wenigen Minuten einen grossen Kipper mit Holzschnitzeln befüllt. Oder man konnte den fachkundigen Ausführungen der Jäger, der Bienenzüchter und eines Ornithologen lauschen, und dabei so manches entdecken, was im Wald eher im Verborgenen so kreucht und fleucht. Sogar über die Waldberufe und die regionale Holzvermarktung konnten sich Interessierte orientieren lassen. Eindrücklich war auch die von weitem sichtbare grosse Holzernte-Maschine, welche mit ein paar Handgriffen des Maschinisten Bäume fällt, entastet und die Stämme schonend ablegt. Ziel dieser Arbeit ist es, mehr Licht in den dunklen Wald zu bringen, damit wieder junge Bäume keimen und sich entwickeln können. Bei spannenden Führungen erklärten die Förster das systematische und für den Wald so wichtige Vorgehen bei der hier demonstrierten voll mechanisierten Holzernte, oder eben der getätigten lebenswichtigen «Durchforstung» im Rohrholz.
Bequem per Shuttlebus wurden die Besucher wieder vom Wald hinunter in die Heizzentrale transportiert, wo in der Festwirtschaft Produkte direkt vom Hof angeboten wurden.

Die Tage haben den Besuchern aufgezeigt, wie wichtig es ist, zu unserer Natur Sorge zu tragen und sich im Wald bewusst und rücksichtsvoll zu bewegen, damit auch kommende Generationen von seinen Leistungen profitieren und Freude an seiner einmaligen Schönheit haben können. Vielen Dank dem Organisationsteam und allen Helfenden, welche zum guten Gelingen dieses Events beigetragen haben!